AC/DC-Gitarren - warum SG und Gretsch Jet den Ton prägen

12. Juni 2026

Ein Mann mit Hut und Schlagzeug spielt auf einer ACDC Gitarre, umgeben von Rauch und Lichtern.

Inhaltsverzeichnis

AC/DC steht für einen Gitarrensound, der sofort erkennbar ist: trocken, druckvoll und ohne unnötigen Schnickschnack. Wer verstehen will, welche Instrumente diesen Charakter tragen, landet fast automatisch bei Angus Youngs SG und Malcolm Youngs Gretsch Jet. Genau darum geht es hier: um die prägenden Gitarren, ihre klangliche Rolle und darum, welche Wahl sich für Spieler in der Praxis wirklich lohnt.

Die prägendsten AC/DC-Gitarren sind einfach gebaut, klar im Ton und stärker vom Spiel als von Effekten geprägt

  • Angus Young steht fast synonym für die Gibson SG: leicht, direkt und bissig im Attack.
  • Malcolm Young prägte den Rhythmus mit Gretsch-Jet-Gitarren und sehr kontrolliertem Anschlag.
  • Der typische AC/DC-Ton entsteht vor allem durch Gitarre, Amp und Spielweise, nicht durch ein großes Pedalboard.
  • Für viele Spieler reicht eine gute SG- oder Jet-ähnliche Gitarre mit kräftigen Humbuckern völlig aus.
  • Wichtiger als das exakte Signature-Modell sind Saitenlage, Anschlag und ein sauber eingestellter Verstärker.

Angus Young von AC/DC spielt seine ikonische Gibson SG Gitarre auf der Bühne.

Die Gitarren hinter dem AC/DC-Sound

Bei AC/DC ist die Zuordnung erstaunlich klar: Angus liefert die Leads, die Riffs und die ikonischen Bühnenmomente, Malcolm das rhythmische Rückgrat. Genau dadurch wirkt die Band so kompakt. Es geht nicht um möglichst viele Klangfarben, sondern um zwei sehr unterschiedliche Gitarrenrollen, die perfekt ineinandergreifen.

Musiker Typische Gitarre Klangfunktion Woran man sie erkennt
Angus Young Gibson SG Lead, Riffs, Hook-Licks leichter Korpus, direkter Attack, hoher Wiedererkennungswert
Malcolm Young Gretsch Jet Rhythmus, Akkorde, Fundament trocken, kontrolliert, sehr präzise im Anschlag

Das Entscheidende ist nicht nur das Logo auf der Kopfplatte, sondern die Arbeitsteilung. Angus setzt die Kante oben drauf, Malcolm hält den Song zusammen. Genau daraus entsteht der Druck, den viele mit dem typischen AC/DC-Gefühl verbinden. Wenn man das verstanden hat, wird auch klar, warum die nächste Frage weniger mit Ästhetik als mit Bauart zu tun hat.

Warum Angus Young fast immer mit der SG verbunden ist

Die SG passt zu Angus, weil sie schnell reagiert, leicht ist und den oberen Halsbereich frei macht. Seine Soli und Riffs leben von kurzen, präzisen Phrasen, Bendings und schneidenden Licks. Dafür ist eine träge, schwere Gitarre eher hinderlich. Die SG liefert dagegen genau das, was man für diesen Stil braucht: unmittelbaren Ton, straffe Ansprache und genug Präsenz, damit einzelne Noten im Bandmix nicht verschwimmen.

Bei Angus tauchen in Gear-Angaben häufig .009-.042er Saiten auf, kombiniert mit sehr harten Picks. Das ist kein Zufall. Leichtere Saiten machen Bendings und schnelle Läufe einfacher, während der harte Anschlag genug Biss zurückgibt. Ich würde das als einen der wichtigsten Punkte sehen: Die Gitarre ist nur die halbe Geschichte, die rechte Hand erledigt den Rest.

  • Leichter Korpus für lange Shows und viel Bewegung auf der Bühne.
  • Direkte Mitten, damit Riffs durchsetzen, ohne überladen zu klingen.
  • Gute Bespielbarkeit bis in hohe Lagen, weil Angus oft dort phrasiert, wo andere Gitarristen ausweichen.
  • Weniger Elektronik, mehr Handarbeit, denn der Ton sitzt vor allem im Anschlag.

Für den Praxisgebrauch heißt das: Mitten nicht herausdrehen, Gain eher zurücknehmen und die Gitarre offen und bissig einstellen. Die SG ist hier kein Dekor, sondern ein Werkzeug für Attack und Beweglichkeit. Genau deshalb ist Malcolm Youngs Gegenentwurf so spannend.

Malcolm Youngs Rhythmusarbeit und die Gretsch Jet

Malcolm Young zeigt die andere Seite von AC/DC: weniger Show, mehr Fundament. Gretsch dokumentiert seine berühmte #1 als battle-worn '63 Jet Firebird, und genau dieser Grundgedanke steckt hinter vielen Malcolm-nahen Modellen. Es geht um einen trockenen, sehr kontrollierten Rhythmus-Sound, der nicht weichzeichnet, sondern den Song trägt.

Viele Spieler unterschätzen, wie wichtig dieser Part ist. Bei AC/DC kommt die Energie oft nicht aus dem Lead, sondern aus dem Riff, das darunter liegt. Malcolm spielt Akkorde nicht einfach nur sauber, sondern mit einer fast perkussiven Genauigkeit. Das macht den Unterschied zwischen „klingt irgendwie rockig“ und „klingt nach AC/DC“.

  • Wenig Verzerrung, damit Akkorde klar bleiben.
  • Starke rechte Hand, denn der Ton muss wie ein Schlag kommen.
  • Sauberes Abdämpfen, damit offene Saiten nicht unkontrolliert nachschwingen.
  • Kräftige Mitten, weil der Rhythmus nicht dünn, sondern stabil wirken soll.

In vielen Beschreibungen seines Sounds tauchen außerdem kräftigere Saiten auf; das passt zu einem Spieler, der Härte und Kontrolle wichtiger nimmt als mühelose Leichtigkeit. Genau dadurch entsteht dieses trockene, stoische Fundament, das unter Angus’ Leads so gut funktioniert. Und daraus ergibt sich direkt die praktische Frage: Welche Gitarre lohnt sich für diesen Stil wirklich?

Welche Gitarre sich für AC/DC-Sound wirklich lohnt

Wenn ich den AC/DC-Stil heute kaufen oder nachbauen müsste, würde ich nicht zuerst nach dem teuersten Signature-Modell greifen. Wichtiger ist, ob die Gitarre die richtige Bauart, vernünftige Humbucker und ein gutes Setup mitbringt. Die teuerste Lösung ist nicht automatisch die klügste, vor allem nicht für Spieler, die zuerst den Sound und erst danach das Sammlerobjekt wollen.

Option Wann sie sinnvoll ist Was du bekommst Preisrahmen
Gibson SG oder gute SG-Kopie Wenn du Angus’ Lead-Seite willst schnelle Ansprache, klassischer Rock-Attack, gute Bespielbarkeit Einsteiger bis Mittelklasse etwa 300-1.200 €; Originale deutlich darüber
Gretsch Jet oder Jet-Style Wenn du Malcolm-Nähe suchst trockenes Rhythmusfundament, klare Anschläge, viel Kontrolle meist Mittel- bis Oberklasse
Les Paul Wenn du mehr Masse im Ton magst dickerer Mittenbereich, etwas mehr Gewicht im Klang stark modellabhängig
Epiphone SG oder andere solide Budget-Modelle Wenn du nah am Stil bleiben willst, ohne viel auszugeben sehr brauchbarer Einstieg mit dem richtigen Amp oft im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich

Für die Praxis ist meine Empfehlung ziemlich klar: Wer Angus will, nimmt eine SG-Form. Wer vor allem Malcolm denkt, schaut nach einer Jet-artigen Solidbody mit straffen Humbuckern. Eine Les Paul kann in die Richtung gehen, aber sie ist nicht die sauberste Abkürzung zum AC/DC-Gefühl. Die Form ist also wichtig, doch noch wichtiger ist, was du danach damit machst.

Die häufigsten Fehler beim Nachbauen des Tons

Der größte Irrtum ist, AC/DC mit viel Gain und einem großen Effektboard zu verwechseln. Genau das macht den Sound oft kleiner statt größer. Die Band lebt von Klarheit, Timing und Druck, nicht von überladener Verzerrung. Wenn der Ton matscht, liegt das fast immer an zu viel Kompression, zu wenig Mitten oder einer Spielweise, die zu weich ist.

  • Zu viel Gain macht Riffs breiig und nimmt ihnen die Kante.
  • Zu viele Effekte verdecken die direkte Ansprache, die den Stil ausmacht.
  • Mitten herausdrehen lässt die Gitarre im Mix verschwinden.
  • Nur auf das Aussehen achten führt oft zu einer schlecht bespielbaren Gitarre mit schwachem Setup.
  • Zu sanfter Anschlag nimmt dem Rhythmus die Härte.

Auch die Lautstärke wird oft falsch eingeschätzt. AC/DC klingt nicht deshalb groß, weil alles maximal verzerrt ist, sondern weil die Gitarren hart, präzise und mit viel Dynamik gespielt werden. Wer zu Hause übt, sollte deshalb lieber mit moderatem Gain, klaren Mitten und sehr sauberem Timing arbeiten. Genau da trennt sich der echte Effekt vom bloßen Rock-Klischee.

Worauf ich bei einer AC/DC-Gitarre heute achten würde

Ich würde beim Kauf zuerst auf drei Dinge schauen: gute Bespielbarkeit, solide Humbucker und eine Gitarre, die im mittleren Frequenzbereich nicht ausdünnt. Danach kommt das Setup. Eine korrekt eingestellte Gitarre mit vernünftiger Saitenlage und sauberer Intonation bringt dich weiter als ein teures Modell, das schlecht eingerichtet ist.

  • Für Angus-Spieler ist eine SG mit flottem Hals und direkter Ansprache meist die beste Wahl.
  • Für Malcolm-Spieler ist eine Jet-Style-Gitarre oft sinnvoller als eine optisch spektakuläre, aber zu moderne Superstrat.
  • Für Einsteiger ist eine gute Mittelklasse oft der beste Deal, weil sie Klang, Haltbarkeit und Preis besser ausbalanciert.
  • Für Bandproben zählt Durchsetzungsfähigkeit mehr als Vintage-Ästhetik.

Wenn man es nüchtern betrachtet, ist die beste AC/DC-Gitarre diejenige, die sofort zu deinem Anschlag passt und nicht gegen deinen Stil arbeitet. Für das Wohnzimmer reicht oft eine solide SG-Kopie, für laute Proben lohnt sich eine stabilere Mittelklasse, und für Sammler ist die Signature-Welt ein eigenes Thema. Der Kern bleibt gleich: wenig Schnörkel, klare Kante, harte Hand.

Wer den AC/DC-Sound ernst nimmt, sollte also nicht zuerst nach der teuersten Gitarre suchen, sondern nach der richtigen Rollenverteilung im eigenen Spiel. Angus steht für die SG-Logik, Malcolm für die Jet-Logik, und zusammen erklären sie, warum diese Band bis heute so unmittelbar wirkt. Genau in dieser Klarheit liegt der Reiz: weniger Instrumenten-Show, mehr musikalische Funktion.

Häufig gestellte Fragen

Die SG ist leicht, reagiert direkt und lässt den oberen Halsbereich frei, was Angus' schnelle Riffs, Bendings und Licks entgegenkommt. Im Artikel wird auch erwähnt, dass oft .009-.042er Saiten und harte Picks genutzt werden, damit der Ton bissig bleibt und das Spiel leicht fällt.

Malcolm steht für einen trockenen, kontrollierten Rhythmus-Sound mit sehr präzisem Anschlag. Die Gitarre trägt das Fundament, deshalb sind wenig Verzerrung, sauberes Abdämpfen und kräftige Mitten wichtiger als Effektvielfalt.

Für Angus-Nähe ist eine SG oder gute SG-Kopie die naheliegendste Wahl. Wer eher Malcolm will, sollte nach einer Jet-Style-Solidbody mit straffen Humbuckern schauen; auch eine solide Epiphone SG kann für den Einstieg sehr gut funktionieren.

Zu viel Gain, zu viele Effekte, herausgedrehte Mitten und ein zu sanfter Anschlag machen den Sound schnell breiig. Der Artikel betont außerdem, dass eine schlecht eingestellte Gitarre mit falscher Saitenlage oder Intonation mehr schadet als ein günstigeres Modell.

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ac/dc humbucker gibson sg gretsch jet anschlag

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Dimitrios Schreiner

Dimitrios Schreiner

Mein Name ist Dimitrios Schreiner und ich habe über 11 Jahre Erfahrung in der Welt des Rock 'n' Roll und der Vinyl-Kultur. Schon in meiner Kindheit wurde ich von der Musik dieser Ära fasziniert, insbesondere von den Legenden, die den Soundtrack unseres Lebens geprägt haben. Diese Leidenschaft hat mich dazu inspiriert, tief in die Geschichte, die Hintergründe und die kulturellen Einflüsse einzutauchen, die diesen einzigartigen Musikstil ausmachen. In meinen Beiträgen auf mein-hobby-elvis.de teile ich mein Wissen über bedeutende Künstler, ikonische Alben und die Entwicklung der Vinyl-Kultur. Ich lege großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu recherchieren und verschiedene Perspektiven zu vergleichen, um komplexe Themen verständlich zu machen. Mein Ziel ist es, meinen Lesern einen klaren und präzisen Einblick in die Welt des Rock 'n' Roll zu bieten, während ich aktuelle Trends verfolge und die zeitlose Relevanz dieser Musikform hervorhebe.

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